[...]Stefan Scheib und die soeben mit dem rheinland-pfälzischen Förderpreis für junge Künstler ausgezeichnete Katharina Bihler angelten in den zurückliegenden Monaten Geräusche und Klänge aus der Mosel, ließen Trierer Bürger über »ihren« Fluss sprechen und komponierten mit den akustischen Fundstücken, Instrumenten, Effekten und antiken Worten eine neuzeitliche Interpretation über ein römisches Mosel-Gedicht. - Decimus Magnus Ausonius verfasste im Jahre 371 n. Chr. das Lobgedicht »Mosella«, ein schwärmerischer Text, dem man als »Heutiger« nicht unbedingt mehr viel abgewinnen kann – wiewohl STROM SPIEGEL das Gegenteil beweisen wird. Zur Premiere herrscht reger Andrang: nicht jeder der gut 80 Besucher kann sich einen Klapp-(Stuhl) sichern, und so machen es sich einige der Besucher im Moselsand bequem: [...] Es plätschert, es tropft, es gurgelt, es fließt, es ist, als ob Steine gegeneinander schlagen, ein mächtiges, ein fernes, ein dunkles Brummen: wir sind am Fluss, oder vielmehr mitten in ihm – erst jetzt streicht Stefan Scheib über den Bass, Katharina Bihler wispert, gluckst, flüstert, spricht, würgt, trägt vor und singt: die mäandernde Mosel-Reise für die Ohren beginnt. Bei der Live-Performance ist Perkussionist Dirk Rothbrust in ausgesprochen schlagfertiger Weise zugange: er wirft Spielzeugfiguren in Aquarium, hält Kuhglocken ins Wasser, lässt Gläser singen, Tonscherben fallen, streut Sand auf die Kesseltrommel, xylophoniert römische Tonscherben und lässt den fiepsenden Bissanzeiger-Alarm ertönen. Zwischendurch sprechen die Trierer – wenn auch vom Band. [...] Der Fluss fördert ein Unmenge akustischen Treibguts zutage, das vom LIQUID PENGUIN ENSEMBLE mit Wörtern, Tönen, Geräuschen und Melodien kunstvoll in einen neuen Kontext gestellt wird. Die facettenreiche Klangwelt bietet mehr als ein Hör-Erleben. Sie bietet den akustischen Blick auf die Faszination bewegter Wasserwelten, ist sinnliche Erfahrung und spannender Reisebericht zugleich. <