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einem Programm ins andere, von einer Realität in die nächste, und das in Sekundenschnelle:
das "Liquid Penguin Ensemble" überwand beim Open Ohr zum Festivalabschluss in
seinem Musik-Theater-Stück "Zapping" die Grenzen von Zeit und Raum, von Traum
und Wirklichkeit. Schon seit 1998 reist die Saarbrücker Gruppe mit diesem
Stück durch die Republik. "In Falun in Schweden küsste vor guten fünfzig Jahren
und mehr ein junger Bergmann seine hübsche Braut." Aber er kam nimmer zurück.
Diese im Märchenton vorgetragene Geschichte vom Bergmann und seiner Braut
bildet den Rahmen für die kurzen, oft abrupt endenden Sequenzen, die "Sie" (Katharina
Bihler) und "Er" (Bernd Neunzling) zu einem immer dichter werdenden Netz verweben.
Um den aussichtslosen Kampf des Menschen gegen die Zeit geht es, um den Traum
vom Fliegenkönnen, um das Warten und das Gewicht einer Feder. Nicht nur mit
Sprache und Körperspiel, sondern auch und vor allem mit Musik werden hier Stimmungen
transportiert, es wird Atmosphäre erzeugt, und Geschichten werden erzählt. Die
jazzigen Klänge von Kontrabass (Stefan Scheib), Piano und Orgel (Thomas Bracht),
Saxofon und Bassklarinette (Hartmut Oßwald) untermalen und gestalten das Geschehen,
dominieren es teilweise. Leise, dann immer lauter werdend schraubten sich
sehnsuchtsvolle Klänge des Saxofons in die leicht stickige Luft im Zelt. Nach
und nach fügten sich vorsichtig gezupfte Basstöne und perlendes und Klavierspiel
ein, die Figuren auf der Bühne bewegten sich dazu wie in Zeitlupe, wie in einer
Zeitblase gefangen. "Was ist die Halbwertszeit der Begegnungsrückkehr?" - Ein
Paar trifft sich nach Jahren wieder und möchte wissen, wann die nächste Begegnung
sein wird. Und wo? Kann es Einfluss nehmen auf Zeit und Raum, auf ihr Schicksal?
Die Bewegungen zu den teils sehr poetischen Texten wirkten oft ein wenig bemüht
und hölzern, fügten sich jedoch zusammen mit der Musik zum harmonischen Ganzen.
Von Nicole Hellmundt MAINZ. |