Madame Asch machte im Jahr 1894 eine außerordentliche Erfahrung:
                                   während einer Séance visionierte sie ihre innige Vereinigung mit einer Bohnenranke.
       
das Langzeitprojekt
 

GRAS WACHSEN HÖREN
Projekt von Stefan Scheib / Katharina Bihler / Klaus Pahlke

das
Projekt hat im Laufe der Jahre verschiedene Formen angenommen:
-
pflanzengesteuerte Klanginstallation (mit musikalischer Performance)
- verschiedene
Performances, interagierend mit der Klanginstallation
-
Hörspiel für SR2 Kulturradio

Ausgangspunkt für
alle Projektteile war eine pflanzengesteuerte Klanginstallation:
An einer Aloe Vera angebrachte Elektroden registrieren Spannungsschwankungen in deren Blätter, die durch spontane Aktivitäten der Pflanze oder durch Manipulation (i.e. Gießen) ausgelöst werden; dieses Aktivitätsmuster der Lebenszeichen der Pflanze steuert das Muster der akustische Signale, die in der Installation zu hören sind. Als akustische Signale wurden stimmliche Äußerungen gewählt, die relativ unspezifische Korrelate zu menschlichen Lebenszeichen darstellen.

   
       
Phase 3
Hörspiel (SR2 / 2007)




Hörspiel-CD   b e s t e l l e n



  GRAS WACHSEN HÖREN
das biolingua Institut wird 100 jahre alt

Hörspielproduktion für den Saarländischen Rundfunk, 2007

ausgezeichnet mit dem

Deutschen Hörspielpreis der ARD 2008
[Jury+Begründung
hier]
und dem ARD Online Award 2008

Hörspiel des Monats Dezember 2007 [Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste]


Zum Jubiläum des renommierten biolingua Instituts öffnet dasselbe seine Pforten und Archive und gewährt Einblicke in hundert Jahre Sammlung und Forschung im weiten Feld „pflanzlich-menschlicher Beziehungsgeflechte“. Unter dieser Überschrift nämlich wurde die Einrichtung 1907 gegründet. Stifterin war die schillernde Mme. Asch, eine wohlhabende Industriellenwitwe, deren letzter Wille damit eingelöst wurde.

Akribisches Sammeln von Einzelphänomenen sowie deren systematische Auswertung führten beispielweise zur Entschlüsselung des Kommunikationscodes des tasmanischen Rieseneukalyptus „Icarus’ Dream“. Jahrelange Selbstversuche mit negativ beschleunigter Atem- und Pulsfrequenz vertieften unser Verständnis von pflanzlichen Zeitvorstellungen (die Fachpresse sprach von der "wahren Entdeckung der Langsamkeit").
Das Liquid Penguin Ensemble hat sich im weitverzweigten Forschungsarchiv des biolingua Instituts umgesehen, eigene Experimente unternommen und ist zu interessanten Ergebnissen gekommen...  

Ursendung des Hörspiels:
SR2 Kulturradio | 20.12. 2007 | 20.04 Uhr

weitere Sendungen auf
Deutschlandfunk, Radio Bremen, Bayerischer Rundfunk, SWR2, NDR, rbb, HR, MDR, Deutschlandradio Kultur, Schweizer Radio DRS


Text: Katharina Bihler
Komposition und Sounds: Stefan Scheib

präpariertes Klavier und Celesta: Bernd Matthias

Sprecherin: Katharina Bihler
erster Institutssprecher: Jan Aiko zur Eck
zweiter Institutssprecher: Gunther Cremer
Dr. Kay Baumgartner: Gabriel Schlenstedt
Dr. Jana Clusius: Johanna Dudek
Martha Wieland: Susanne Freyler

im O-Ton: Prof. Dr. Dieter Volkmann, Stefan Scheib

technische Realisation: Uli Speicher, Ingo Sigrist und Helga Ruben
Regieassistenz: Henrike Fuder
Regie und Produktion: Liquid Penguin Ensemble für den Saarländischen Rundfunk 2007

 

PRESSE zum Hörspiel / Hörspiel-CD

"„Gras wachsen hören“, das ist ein funkensprühendes, so aberwitziges wie geistreiches Hörspiel, vor dem sich alle Pflanzen dieser Welt sowie die Anhänger kurioser Hör-Raritäten nur verbeugen können."
[Martin Maria Schwarz auf hr2, 21.02.2009]
[mehr hören]

"Der feine Witz und die überzeugende Klangsprache voll klockernder, knackender, pingender, knisternder und scharrender Geräusche aber machen "Gras wachsen hören" zu einem ganz eigenen und sehr zu Recht mit dem ARD-Hörspielpreis 2008 ausgezeichneten Vergnügen."
[Tobias Lehmkuhl in der Süddeutschen Zeitung, 27./28.12.2008]

"Eine gewisse Dorothea von Asch gründete vor 100 Jahren das in Fürstenbrunn gelegene „Biolingua-Institut zur Erforschung und Pflege pflanzlich-menschlicher Beziehungsgeflechte“. Welch ein Glück! Hätten wir nicht durch ein Hörspiel des Saarbrücker „Liquid Penguin Ensembles“ Kenntnis davon genommen, unser Leben wäre ein ärmeres geblieben."
[Christoph Schreiner in der Saarbrücker Zeitung, 19.12.2007]
[mehr]

"Bihler und Scheib halten schön schwerelos Fiktion und Realität in der Schwebe"
[aus der Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste]

     
Phase 2
3 Performances mit Pflanze (2006/07)
  Installation
+ korrelierende Installationsperformances mit Gästen
:
  gefördert von der Landeshauptstadt Saarbrücken

 

     
  "Die Forschungen der Mme. Asch"
Liquid Penguin & Bernd Neunzling (D/NL), Schauspiel




Man könnte so sagen: wir geben einer Pflanze Sprache, um ihre unsichtbaren und unhörbaren Lebensäußerungen für den Menschen wahrnehmbar zu machen. Natürlich besteht kaum Aussicht darauf, sie auch zu verstehen, denn unsere subjektiven Interpretationen lassen sich schwer verifizieren. Doch gerade diese Unschärfe reizt die Phantasie, die sofort und unwillkürlich in das von der Pflanze „Geäußerte“ Bedeutungen hineinliest und zu kühnsten Spekulationen über die Aloe Vera im Besonderen und pflanzlich-menschliche Beziehungsgeflechte im Allgemeinen veranlasst - Spekulationen, in einer losen Sammlung von 13 sehr individuellen Forschungs- und Erfahrungsberichten zusammengetragen und dargeboten. Mme. Asch zum Beispiel machte im Jahr 1894 eine ganz außerordentliche Erfahrung: während einer Séance visionierte sie ihre innige Vereinigung mit einer Bohnenranke...
   
       
    "to blossoms"
Liquid Penguin & Annick Pütz (Lux), Tanz/Bewegung


GRAS_Annick GRAS_Annick2

kleine Pflanze, große Wirkung: die stoische Aloe Vera bringt eine Tänzerin in Bewegung, deren kleine Zehe wiederum den Einsatz für den Bassisten dirigiert, was die Sängerin zum Anlass nimmt, die saftigen Aloe-Blätter mit einem weichen Pinsel zu kitzeln...
   
       
    "Pflanzenmusik"
Liquid Penguin & Dirk Rothbrust, Perkussion

Pflanzenmusik in allen Facetten: neben der klangsteuernden Aloe Vera spielen auch die Stacheln verschiedener Kakteen, trockenes Laub und die Musik des Pilzsammlers John Cage eine große Rolle
   
     
Phase 1
pflanzengesteurerte Klanginstallation
und
Komposition (2004/05)

 

Projektstart/Phase 1

im Frühjahr 2004 begannen wir mit der Recherche und ersten Experimenten zu einer pflanzengesteuerten Klanginstallation. Als besonders geeignet für das Messen elektrophysiologischer Parameter erwies sich Aloe Vera.

Es folgten Präsentationen unserer ersten Ergebnisse, in deren Rahmen wir auch die Performance GRAS 25.10 aufführten:

GRAS 25.10
live Performance
von/mit Stefan Scheib und Katharina Bihle
r

Die Komposition GRAS 25.10 für Stimme, Kontrabass, Elektronik und Zuspielband baut auf einer Messung [Dauer = 20 Minuten] an einem Ficus und einer Dieffenbachia auf. Sowohl die (zeitliche) Struktur als auch das klangliche Material der Komposition wurden aus Aspekten dieser Messung abgeleitet.

  PRESSE zum Projekt

"...und so ist ihr beinahe jüngstes Werk Gras 25.10, das die Grenzen zwischen musikalischer Extravaganz und elektronisch versierter Adaption tatsächlich "verflüssigt", eine Art multimediales Gedicht.
Hoher Ton trifft auf Alltagsgebrumm, durch schwingende Redehäppchen lassen sie ein störrisches Murmeln wachsen.
Bihler und Scheib, die Klang-Gemenge-Züchter. Ihr endlos tönender Garten, mehr ein großer, grüner klanggewaltiger Wald, klirrend, schmetternd und durchwachsen...
"
[O.Ruf in Neue Zeitschrift für Musik, Juli 05]
       
    Präsentationen
Berlin / Akademie der Künste Festival WINTER MUSIC des Kammerensemble Neue Musik Berlin am 04.+05.12.2004 [Installation und live Performance zur Eröffnung]
Trier / Europäische Kunstakademie Ausstellung CYBERGÄRTEN UND WIKLICHES GRÜN von 21.01. bis 13.02.2005 [Installation und live Performance zur Eröffnung]
   
       
   


Berlin, Akademie der Künste


Trier, Europäische Kunstakademie

 
   

   
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